+49 541 9493 0
Kontaktformular
Newsletter

Blog

ROI von Pentests: Wie sich Investitionen wirklich auszahlen

Autor:in Franziska Bluhm Marketing Manager:in
Franziska Bluhm

Dieser Beitrag zeigt, wie Unternehmen den ROI eines Pentests konkret bestimmen können. Viele Organisationen setzen zwar Sicherheitsmaßnahmen ein, doch erst ein Pentest liefert belastbare Daten über Schwachstellen und reale Angriffswege. BSI und NIST betonen seit Jahren, dass technische Sicherheitsmaßnahmen ohne Prüfung nur „gefühlte” Sicherheit bieten.

Ziel dieses Beitrags ist es, Entscheider:innen ein praxisnahes Verständnis dafür zu geben, wie sich Investitionen in Pentests finanziell auszahlen und welche methodischen Grundlagen dafür notwendig sind.

Inhaltsverzeichnis

Warum der ROI von Pentests heute messbar ist

Unternehmen stehen vor einer angespannten IT‑Sicherheitslage. Laut BSI-Lagebericht steigt die Angriffsfläche durch Digitalisierung, Remote‑Arbeit und automatisierte Angriffswerkzeuge kontinuierlich.

Diese Entwicklung macht den ROI greifbarer als früher:

  • Angriffe erzeugen hohe direkte Kosten (Datenverlust, Produktionsstillstand, Lösegeldforderungen).

  • Indirekte Kosten wie Reputationsschäden wirken langfristig und sind oft höher als der unmittelbare Schaden.

  • Pentests liefern konkrete Datenpunkte, aus denen sich Risikominimierung in Euro beziffern lässt.

  • Die Ergebnisse sind messbar reproduzierbar, wenn sie standardisiert nach BSI oder NIST durchgeführt werden.

Unternehmen verfügen somit über echte Vergleichsgrößen: Aufwand und Einsparpotenzial.

Welche Kosten bei Pentests wirklich entstehen

Die Kosten eines Pentests sind abhängig von Umfang, Tiefe und Komplexität. Der BSI‑Leitfaden unterscheidet verschiedene Prüftiefen, technische Anforderungen und notwendige Qualifikationen der Testenden.

Kosten entstehen typischerweise in vier Kategorien:

  1. Scoping & Vorbereitung inklusive Risikoanalyse und Definition des Prüfumfangs.

  2. Technische Durchführung (intern, extern, Web, API, AD, Cloud, OT).

  3. Reporting & Maßnahmenplanung – oft der aufwendigste, aber wichtigste Teil.

  4. Retest, um sicherzustellen, dass die Maßnahmen wirken.

 

Vergleichstabelle: Kostenkategorien vs. Wertbeitrag

Kostenkategorie

Typischer Aufwand

Direkter Wertbeitrag

Scoping

niedrig bis mittel

klare Priorisierung, geringere Fehlkosten

Durchführung

mittel bis hoch

Identifikation realer Schwachstellen

Reporting

mittel

priorisierte Maßnahmen, Risikobewertung

Retest

niedrig

Nachweis der Wirksamkeit, Compliance

Die Tabelle zeigt: Der ROI entsteht nicht im „Hacken”, sondern im Reporting und Retest.

Was Unternehmen wirtschaftlich gewinnen

Reduktion realer Risiken

Pentests decken verwertbare Schwachstellen auf – also jene Punkte, die Angreifer tatsächlich für Schadwirkung nutzen würden. BSI berichtet regelmäßig, dass ungeschützte Angriffsflächen die wesentliche Ursache für erfolgreiche Angriffe sind.

Weniger Ausfälle und Betriebsunterbrechungen

Ein kompromittierter Server oder eine verschlüsselte Produktion führen zu massiven Ausfällen. Pentests zeigen technische und organisatorische Schwächen auf, bevor sie zu Produktionsstillständen führen.

Compliance‑Sicherheit

Normen wie ISO 27001, NIS2, KRITIS und branchenspezifische Vorgaben verlangen regelmäßige Sicherheitsprüfungen. Pentests liefern dokumentierte Nachweise.

Planbarkeit durch priorisierte Maßnahmen

Durch standardbasierte Vorgehensmodelle (BSI, NIST SP 800‑115) werden Risiken priorisiert. Entscheider:innen wissen nicht nur, dass etwas unsicher ist, sondern wie stark es das Unternehmen gefährdet.

Praxis: ROI Beispiele aus realen Angriffsszenarien

Hier wird sichtbar, wie sich Investitionen in Pentests unmittelbar auszahlen können.

Beispiel 1: Webanwendung in der Kundenverwaltung

Ein Unternehmen lässt seine Webapplikation testen. Der Pentest deckt einfache Umgehungen der Zugriffskontrolle auf, ein typisches OWASP‑Top‑Risiko. Ein erfolgreicher Angriff hätte zu unbefugtem Zugriff auf Kundendaten geführt.
Schaden ohne Pentest: hohe DSGVO‑Bußgelder, Meldung an Betroffene, Imageverlust.

Schaden mit Pentest: wenige Personentage Aufwand zur Absicherung.

Beispiel 2: Active-Directory-Umgebung

BSI und ACS beschreiben regelmäßig, dass AD‑Domänen häufig durch Fehlkonfigurationen kompromittiert werden. Ein interner Pentest erkennt eine Rechtekette, die zur Domain‑Admin‑Übernahme führt.

ROI: wenige Tage Aufwand verhindern potenzielle Millionenverluste durch Ransomware.

Beispiel 3: Cloud-Umgebung

NIST SP 800‑115 beschreibt Vorgehensweisen zur Sicherheitsbewertung verteilter Systeme. Ein Pentest findet eine falsch konfigurierte IAM‑Rolle, über die S3‑Daten heruntergeladen werden könnten.

ROI: sofortige Risikoreduktion und Vermeidung langfristiger Datenabflüsse.

Standards und Frameworks als ROI Treiber

Der ROI steigt, wenn Pentests klaren Standards folgen.

BSI, ACS und NIST definieren Anforderungen, Prüftiefen und Reporting‑Qualität.

Dadurch entsteht:

  • Vergleichbarkeit über mehrere Jahre

  • Höhere Konsistenz der Ergebnisse

  • Klare Entscheidungsgrundlagen für das Management

  • Nachweisbare Risikoreduktion durch Maßnahmenpläne

Frameworks wirken als Multiplikator, weil sie Prozesse verbessern, unabhängig davon, wer den Pentest durchführt.

Wie man den ROI von Pentests intern belegt

Für Entscheider:innen ist der ROI von Pentests besonders dann nachvollziehbar, wenn Unternehmen folgende Schritte einhalten:

Geschäftskritische Assets bewerten

Welche Systeme erzeugen Umsatz, enthalten Kundendaten oder steuern kritische Prozesse?

Risiken quantifizieren

Basiert auf drei Größen:

Risiko-Komponente

Erklärung

Eintrittswahrscheinlichkeit

wie oft ein Angreifer die Schwachstelle realistisch nutzt

Schadenshöhe

finanzielle, operative und regulatorische Folgen

Angriffsfläche

technische und organisatorische Exponierung

 

Maßnahmenpreise vs. Schadenshöhe vergleichen

Typische Praxis: Ein Patch kostet 4 Stunden interne Arbeit, ein erfolgreicher Angriff kostet Wochen Produktionsausfall.

Retests einplanen

Retests sind essenziell, weil nur sie nachweisen, dass Risiken wirklich geschlossen wurden.

Vergleich: Einmalige vs. kontinuierliche Tests

BSI empfiehlt ausdrücklich regelmäßige Prüfungen, um langfristig ein realistisches Sicherheitsbild zu erhalten.

Vergleichstabelle

Modell

Vorteile

Nachteile

Einmaliger Pentest

geringe Kosten, guter erster Überblick

kein Schutz bei neuen Schwachstellen, einmalige Momentaufnahme

Kontinuierliche Tests

langfristige Risikosenkung, Frühwarnsystem, messbare Verbesserung

höhere laufende Kosten, organisatorischer Aufwand

Langfristig sind kontinuierliche Tests wirtschaftlicher, weil sie Unternehmen vor großen Schäden schützen und regelmäßig nachweisbare Verbesserungen erzeugen.

Grenzen, Fehlannahmen und Kostenfallen

Viele Unternehmen unterschätzen die Bedeutung von Kontext.

Ein Pentest liefert nur dann ROI, wenn:

  1. Das Scoping präzise ist.

  2. Maßnahmen wirklich umgesetzt werden.

  3. Retests durchgeführt werden.

  4. Das Management die Risiken versteht.

Eine häufige Kostenfalle: Unternehmen sparen am Reporting. Dabei liefert gerade das Reporting die wichtigste Entscheidungsgrundlage, weil hier technische Funde in geschäftliche Risiken übersetzt werden.

Fazit

Der ROI von Pentests entsteht nicht durch das reine Aufdecken von Schwachstellen, sondern durch messbare Reduktion geschäftskritischer Risiken. Standards wie BSI‑Leitfäden, ACS‑Empfehlungen und NIST SP 800‑115 bieten methodische Sicherheit und verbessern die Aussagekraft der Ergebnisse. Wer Pentests strategisch plant, priorisierte Maßnahmen konsequent umsetzt und Retests einbindet, spart Kosten, verhindert Ausfälle und steigert langfristig die Cyber-Resilienz des Unternehmens.

Quellen

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

IT-Security
Zero Trust einfach erklärt

Zero Trust einfach erklärt – warum Vertrauen in der IT keine Strategie mehr ist

Zero Trust einfach erklärt – warum Vertrauen in der IT keine Strategie mehr ist

Was bedeutet Zero Trust? Wir erklären das Prinzip „Never trust, always verify“ verständlich und zeigen, warum es für den Mittelstand jetzt relevant ist.
IT-Infrastruktur

Think Global, stay Local: Warum unsere Daten in Deutschland liegen

Think Global, stay Local: Warum unsere Daten in Deutschland liegen

Ihre Daten in der Cloud – und trotzdem zum Anfassen. Mit zwei Rechenzentrumsstandorten in Deutschland verbinden wir die Flexibilität der Cloud mit Datenhoheit und regionaler Nähe. Denn wo Ihre Daten liegen, entscheidet auch, wer Zugriff darauf hat. Neu dabei: das Datacenter Münster/Osnabrück (DMO).
Kontakt

Vereinbaren Sie ein
unverbindliches Erstgespräch

„*“ zeigt erforderliche Felder an

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Newsletter

Jetzt downloaden

„*“ zeigt erforderliche Felder an

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Newsletteranmeldung

Infomaterial herunterladen

„*“ zeigt erforderliche Felder an

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Newsletteranmeldung