Bremer Spirituosen Contor GmbH

Lagerverwaltungssystem mit Geist: Bremer Spirituosen Contor setzt auf SNC/Logistics

Das Lager des Bremer Spirituosen Contors (BSC) gleicht einer Schatzkammer. Limitierte Einzelfassabfüllungen seltener Whiskys aus Schottland, aromatischer Rum aus Haiti oder einfacher Gin für Mixgetränke werden dort bevorratet. Ein erlesener Tropfen sind auch die Lieferzeiten: Der Bremer Zwischenhändler gilt in der Branche als einer der schnellsten Lieferanten Deutschlands. Diesen Ruf verdankt das Unternehmen auch dem leistungsfähigen integrierten Lagerverwaltungssystem SNC/Logistics der SIEVERS-GROUP. Damit konnte das BSC nicht nur seine Kommissionierzeiten um 17 Prozent reduzieren, sondern auch das aufgrund des wachsenden Sortiments überfüllte Lager noch vier Jahre länger betreiben, als es ohne LVS möglich gewesen wäre. Nach einem Umzug in ein neues Warenlager wickelte das BSC die Anpassung der Software fast komplett in Eigenregie ab. Weiterer Pluspunkt: Aufgrund der niedrigen Fehlerquote ist im neuen Logistikzentrum kein separates Steuerlager mehr erforderlich.

Bremer Spirituosen Contor

Die Situation

Das Bremer Spirituosen Contor ist ein Zwischenhändler für Spirituosen mit Sitz in Bremen. An mittlerweile rund 2.300 aktive Kunden liefert das Unternehmen zahlreiche nationale und internationale alkoholische Getränke, darunter Liköre, Whiskys, Korn oder Gin. Das Sortiment umfasst neben Spirituosen auch Sekt und einen kleinen Teil alkoholfreie Getränke, die zum Mixen erforderlich sind, wie beispielsweise Energydrinks oder Sirup. Kunden sind der Groß- und Einzelhandel, aber auch Fachgroßhändler und Getränkemärkte. Im Schnitt bezieht ein Kunde pro Bestellung 1,3 Paletten mit rund 680 kg Gewicht. Das BSC bietet seinen Kunden nicht nur ein ausgefeiltes Sortiment von mittlerweile 4.000 verschiedenen Produkten, sondern auch einen zügigen Lieferservice. Ab dem Logistikzentrum in Bremen erfolgt die Zustellung deutschlandweit am folgenden Werktag. Dieses Konzept kam an: Seit seiner Gründung 1994 ist der Händler und Berater kontinuierlich gewachsen und gehört zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen der Branche.

 

Logistikoptimierung im Stufenplan

Seine Waren bevorratete das BSC vor dem Umzug in einem 3.400 m2 großen Lager im Bremer Süden. Gelagert wurde in drei verschiedenen Bereichen: einem Blocklager, einem Palettenlager für Kartons und einem Bereich für noch nicht versteuerte Waren, dem sogenannten Steuerlager, das der Zoll fordert. Die Verwaltung dieses Lagers realisierte das Unternehmen mit den Logistikfunktionen, die das Warenwirtschaftssystem Microsoft Dynamics NAV standardmäßig bietet. Das bedeutete auch, dass jedes Produkt immer nur einen festen Platz im Lager haben konnte. Kommissioniert wurde papiergebunden mit Belegen. Daher betrug die durchschnittliche Bearbeitungsdauer pro Auftrag 36 Minuten.

 

Aufgrund seines rasanten Wachstums stieß der Spirituosenhändler bei der Belieferung der rund 1.800 Kunden mit dieser Lösung bereits 2009 an seine Grenzen: „Bis zu 120 Aufträge pro Tag, mehr war nicht drin. Das Lager war randvoll und drohte nicht mehr beherrschbar zu sein. Außerdem war die Fehlerquote mit circa drei Prozent für unsere Qualitätsansprüche zu hoch“, erinnert sich Marcus da Costa, Prokurist und Mitglied der Geschäftsführung beim Bremer Spirituosen Contor, an die Situation.

Die Lösung

Daher entschied sich das Unternehmen für die Implementierung des Lagerverwaltungssystems SNC/Logistics der SIEVERS-GROUP. SNC/Logistics ist eine zertifizierte und voll integrierte Logistiklösung auf Basis von Microsoft Dynamics NAV. Mit der Software lassen sich Logistikaufgaben aus Microsoft Dynamics NAV heraus abwickeln. Der Spirituosenhändler erhielt somit ein integriertes System ohne eine einzige Schnittstelle, aber mit dem Potenzial und dem Funktionsumfang eines spezialisierten LVS. Darüber hinaus fand das BSC mit dem Osnabrücker IT-Architekturhaus einen passenden IT-Partner mit entsprechender Logistikerfahrung. „Das Know-how unseres Partners ist für uns ein entscheidendes Auswahlkriterium gewesen. Denn mehr als einen reinen Lieferanten brauchten wir einen Berater, der unsere Prozesse hinterfragt“, begründet da Costa die Entscheidung für die SIEVERS-GROUP und SNC/Logistics. 

Vor der Integration der Software definierten beide Partner Ziele und Anforderungen. Dabei stellte sich heraus, dass SNC/Logistics bereits in der Standardversion alle Funktionalitäten bietet, die das BSC benötigte. Allein hinsichtlich der individuellen Ziele des Händlers passte die SIEVERS-GROUP das System minimal an. Vor der Einführung prüfte der Softwarespezialist das LVS zwei Monate lang in einer parallel zum täglichen Betrieb laufenden Testdatenbank. Daher arbeitete SNC/Logistics nach dem Go-Live ab der ersten Minute fehlerfrei. Mit der Softwareeinführung entschied sich das BSC zudem für eine Neuordnung des Lagers: Diese sah einen separaten Bereich für Einzelflaschen, einen für Kartons und Reserveläger für die Staplerkommissionierung vor. Darüber hinaus konnte das BSC mithilfe von SNC/Logistics die papiergebundene Kommissionierung ablösen und durch Handhelds ersetzen. Auch bei der Auswahl der Hardwarekomponenten stand die SIEVERS-GROUP ihrem Kunden beratend zur Seite. Um eine lückenlose WLAN-Abdeckung im Logistikzentrum zu schaffen, verlegten die IT-Spezialisten im Lager Schlitzkabel, sogenannte Radiating Cables. Diese funktionieren ähnlich wie ein perforierter Gartenschlauch und verteilen die Funksignale auch bei unterschiedlichen Lagerfüllhöhen gleichmäßig in der Halle. Anders als früher können nun mehrere der 32 Picker an einem Auftrag arbeiten. Die Mitarbeiter sind jetzt den verschiedenen Lagerbereichen zugeordnet. Dadurch müssen sie keine langen Wege mehr zurücklegen. Nach Einstellen der Aufträge prüft SNC/Logistics zunächst, welche Mengen zur Kommissionierung benötigt werden. Aufträge, für die Nachschub erforderlich ist, werden erst vom System freigegeben, wenn die erforderliche Menge gefahren wurde. Dadurch gibt es quasi null Wartezeiten beim Kommissionieren. Anschließend splittet das LVS den Auftrag entsprechend den drei Lagerbereichen und übergibt ihn per Datenfunk an den jeweiligen Mitarbeiter. Sind die Artikel fertig kommissioniert, führt das System sie wieder zu einem Auftrag zusammen. Durch diese Optimierungsmaßnahmen konnte die Kommissionierzeit um 17 Prozent reduziert werden. Statt wie bisher nur maximal 120 waren nun 200 Aufträge mit demselben Personalstamm möglich. Das entspricht einer Steigerung um zwei Drittel. Da SNC/Logistics das Lager und den Warenbestand 1:1 abbildet, ist eine lückenlose Chargenrückverfolgung gewährleistet, ebenso wie die Einhaltung der Bestimmungen zum MHD und zur Zollkennzeichnung – für ein Unternehmen, das Spirituosen im- und exportiert, eine wichtige Funktion. Wenn ein Export ansteht, nimmt SNC/Logistics die Zollanmeldung automatisch vor und erstellt automatisch die erforderlichen Papiere. „Als wir nach der Einführung unsere erste Inventur durchgeführt haben, konnten wir es kaum fassen, aber unsere Fehlerquote lag bei 0,001 Prozent. Wir waren sehr verblüfft von diesem sensationellen Ergebnis. Das sollte uns später dem Zoll gegenüber ein paar gute Argumente an die Hand geben“, berichtet da Costa.   

Anders als vorher erfolgt die Lagerplatzvergabe nun teilchaotisch. SNC/Logistics weist den einzulagernden Artikeln innerhalb der drei Bereiche einen freien Platz zu. Dabei unterscheidet das Programm sowohl nach Saisonartikeln als auch zwischen A-, B- und C-Waren. Unterschreitet ein Fach eine bestimmte Füllhöhe, fordert das LVS automatisch Nachschub an. „Mit der dynamischen Lagerplatzvergabe haben wir förmlich die Luft aus den Regalen gepresst. So konnten wir nicht nur ein eigentlich zu kleines Lager vier Jahre weiterbetreiben, sondern das Sortiment sogar nochmals um 1.000 Artikel erweitern. Ohne SNC/Logistics wäre das absolut undenkbar gewesen“, erläutert da Costa die realisierten Vorteile.

Um weiterwachsen zu können, entschied sich der Spirituosenhändler vier Jahre später für den Umzug in ein größeres Distributionszentrum. Die neue Immobilie bietet auf 6.500 m2 Platz für ca. 10.000 Palettenstellplätze und 6.000 Regalfächer. Das Blocklager und sogar das separate Steuerlager wurden aufgelöst. Aufgrund der niedrigen Fehlerquote konnte das BSC den Zoll davon überzeugen, dass Letzteres nicht mehr notwendig ist. Fast alle Anpassungen, die im Rahmen des Softwareumzugs notwendig waren, konnte das BSC selbst durchführen – lediglich zwei Beratertage der SIEVERS-GROUP waren zuvor erforderlich. Den Umzug in das neue Distributionszentrum realisierte der Spirituosenhändler ohne Umsatzverluste. 4.000 unterschiedliche Artikel finden nun darin Platz, weiteres Wachstum ist jederzeit möglich und hat bereits stattgefunden: Rund ein Jahr nach der Inbetriebnahme des neuen Lagers beliefert das Unternehmen jetzt 2.300 aktive Kunden. Selbst Spitzen mit 280 bis 300 Aufträgen können komplett ohne Leihpersonal und mit der gleichen Anzahl an Kommissionierern bearbeitet werden. So kommt das BSC auf eine Umschlagshäufigkeit von 12,5 im Jahr. „SNC/Logistics bietet uns neben zahlreichen bereits realisierten Vorteilen auch die Möglichkeit, uns noch zu vergrößern. Aktuell planen wir die Erweiterung unseres Sortiments auf 4.500 verschiedene Artikel. Zudem denken wir über Pick-by-Voice und Multi-Order-Picking nach. Gut zu wissen, dass das System und unser Partner uns auf unserem Weg nach oben unterstützen“, resümiert der Prokurist und Geschäftsführer da Costa.