Warum digitalisieren? Eindrücke von der Veranstaltung „Digitaler Kreis“ in Sulingen

Digitaler Kreis Sulingen

Schritt für Schritt digital werden und wertvolle Impulse erhalten, wie ein Unternehmen in den digitalen Transformationsprozess einsteigen und dadurch wachsen kann – ein enorm wichtiges Thema, das nahezu alle Unternehmen betrifft, wenn sie sich mit zukunftsfähigen Geschäftskonzepten beschäftigen. Die SIEVERS-GROUP lud deshalb am 31.08.2018 erstmalig zahlreiche Unternehmen aus Sulingen zu einem interaktiven Erfahrungsaustausch über das Thema "Digitale Transformation" ein – und sie hatte nicht zu viel versprochen.

Auftakt in Sulingen

Der „Digitale Kreis – Stadt.Land.Digital.“ wurde zu einer sehr spannenden und informativen Auftaktveranstaltung, die an weiteren Orten fortgesetzt werden wird. Am Event in Sulingen durfte ich nicht nur als Gast, sondern auch als Referent teilnehmen. Als IT-Leiter bei der Diesel Technic AG setze ich mich schon seit geraumer Zeit mit diesem Hype-Thema auseinander, das eigentlich bereits reale Wirklichkeit ist. Der „Digitale Kreis“ war deshalb meines Erachtens für alle Unternehmenslenker und IT-Spezialisten ein absolutes Muss.

Digitalisierung wird stiefmütterlich behandelt

Viele Unternehmen schenken diesem Thema meiner Meinung nach allerdings noch nicht die nötige Aufmerksamkeit. Sie laufen damit Gefahr, ins nichtdigitale Abseits zu geraten! Ich gehe davon aus, dass sich die Arbeitswelt durch die fortschreitende Digitalisierung in den nächsten Jahren komplett revolutionieren wird – eine Entwicklung, die es erforderlich macht, ständig die Geschäftsprozesse, vielleicht sogar das gesamte Geschäftsmodell zu überprüfen und auf die Zukunft auszurichten. Ein Unternehmen muss agieren können und nicht reagieren müssen! Nur so kann man sich vom Wettbewerb abheben. Schon Konfuzius sagte um 500 v. Chr.: „Wer nicht an die Zukunft denkt, wird bald große Sorge haben.“

Notwendig: Der 360°-Blick aufs Unternehmen

Die IT-Abteilung sollte sich deshalb ganz klar als Business-Partner im Unternehmen verstehen,

um alle Bereiche und somit das Unternehmen voranzubringen. Keine andere Abteilung kennt die Geschäftsprozesse besser. Wichtig dabei sind die Betriebs- und Geschäftsabläufe, die über mehrere Abteilungen gehen. Wir müssen weg vom Silodenken, alles innerhalb einer Abteilung zu betrachten, hin zum 360°-Blick auf das Unternehmen mit seinen Prozessen als Ganzes. Auch das Thema Sicherheit wird in diesem Zusammenhang noch weitaus wichtiger werden, als es das jetzt schon ist.

Digitalisierung als Jobkiller?

Ich werde manchmal gefragt, warum mir dieses Thema so sehr am Herzen liegt und ich mich so intensiv damit beschäftige. Meine Antwort: 1769, in dem Jahr, in dem die Dampfmaschine erfunden wurde, hat sich das Wissen der Menschheit alle 100 Jahre verdoppelt. Heute verdoppelt sich das Wissen der Menschheit alle 2 Jahre! Der Anspruch an Mitarbeiter und Technik wird sich deshalb grundlegend wandeln. Manche Jobs, die es heute noch gibt, wird es in naher Zukunft nicht mehr geben. Beispiel: autonomes Fahren. Ich glaube, dass durch die Digitalisierung in 20 Jahren keine Taxi- und Busfahrer und auch keine LKW-Fahrer mehr benötigt werden. Das hört sich nach Science-Fiction an, aber in Dubai werden schon jetzt unbemannte Flugtaxis getestet.

Die Befürchtung, dass es ein Heer von Arbeitslosen geben wird, teile ich aber nicht. Es muss nur rechtzeitig damit begonnen werden, die Mitarbeiter für neue, sich in Zukunft ergebende Tätigkeiten und Arbeitsbereiche entsprechend weiterzuqualifizieren. Hier gilt es, Wissen aufzubauen und Ängste zu nehmen, statt im Stillstand zu verharren und Ängste zu schüren.

Auf den Punkt gebracht hat es die Bremer Unternehmensberaterin und Betriebswirtin für internationale Wirtschaft, Bea Engelmann, die einen eindrucksvollen und zum Nachdenken anregenden Vortrag über „Digitale Transformation und soziale Kompetenzen“ hielt. Ihr Fazit: Es braucht Vertrauen, Mut und Offenheit, diesen vielleicht manchmal beschwerlichen, aber notwendigen Weg zu beschreiten.

Impulsvorträge zu den Themen „New Work“ und „Geschäftsmodelle im Wandel“

Mit Zukunftsaufgaben, die sich für das Personalwesen ergeben, befasste sich auch Jan Paesler, Personalreferent bei der SIEVERS-GROUP, in seinen Ausführungen zum Thema „New Work“. Einer der zentralen Punkte dieses Konzeptes ist die Selbstverwirklichung eines jeden Menschen durch eine sinnvolle und ganz gezielt gewählte Arbeit – ein Ziel, das insbesondere durch die Digitalisierung möglich wird, da sie aufgrund ihrer vielfältigen Technologien flexible Arbeitszeitmodelle sowie orts- und zeitunabhängiges Arbeiten erlaubt. Diese Freiheit wird seiner Einschätzung nach in Zukunft von immer mehr Arbeitnehmern, insbesondere der Generation Y, gefordert werden. Eingehend erörtert wurden diese Fragen von den Teilnehmern im Rahmen einer anschließenden Gruppenarbeit. Das Konzept eines interaktiven Workshops mit Diskussion und gemeinsamer Erarbeitung einer wirklich realistischen Vorgehensweise fand bei den Teilnehmern große Zustimmung – wie schon zuvor beim Impulsvortrag „Geschäftsmodelle im Wandel“ der beiden IT-Architekten der SIEVERS-GROUP, Björn Jansen und Stefan Ohlmeyer. Sie zeigten, welche Möglichkeiten sich durch die Digitalisierung bei der Weiterentwicklung von Produkten, Geschäftsprozessen und Organisationsstrukturen ergeben, aber auch welche Konsequenzen es haben kann, wenn man die voranschreitende Digitalisierung ignoriert und untätig bleibt.

Interessant + informativ = ein gelungenes Event

Und mein Resümee: Der 31. August war für mich eine erneute Bestätigung, dass es wichtig ist, sich mit dem gesamten Themenkomplex auseinanderzusetzen – vom Cloud Computing und Modern Workplace über IoT, Industrie 4.0 und Big Data bis zur künstlichen Intelligenz – und zwar heute, nicht erst in einigen Jahren. Daher war ich wirklich froh, dass es diese sehr aufschlussreiche Veranstaltung der SIEVERS-GROUP gab.

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Autor: Mario Pschunder, Head of IT bei Diesel Technic AG