Unternehmensplanung neu gedacht: Lehren aus der Krise

Mann traurig läuft nix

Wie kann Unternehmensplanung gerade in volatilen Zeiten gelingen und worauf sollte hier der Fokus gesetzt werden? Ein Interview mit Robert Brockbals, Mitglied der Geschäftsleitung bei der SIEVERS-GROUP.

 

In vielen Unternehmen herrscht eine positive Aufwärtsstimmung, doch zurückgefahrene Produktionen, eingeschränkte Handelsketten und eine unklare politische Lage der letzten Monate haben immer wieder zu großen Sorgenfalten bei Unternehmern geführt. Herr Brockbals, welche Auswirkungen haben diese Entwicklungen auf die Unternehmensplanung?

Es wird dauern, bis die Gesamtwirtschaft das Niveau von vor Corona wieder erreicht hat. Daher ist es für Unternehmen aktuell wichtig, sich mit der Unternehmensplanung zu beschäftigen, um die Stabilität, Sicherheit und das Wachstum zu sichern bzw. steuern. Dass diese nicht so funktionieren kann wie bisher, ist vielen Unternehmern und Führungskräften klar geworden. Wir sprechen bereits mit Kunden über die Neuausrichtung einer operativen Planung und über kontinuierliche Überwachung der Liquidität Ihres Unternehmens.

 

Inwiefern hat sich die Unternehmensplanung in den letzten Monaten konkret verändert?

Das Marktgeschehen der letzten Monate hat den ein oder anderen Planungsansatz über Nacht obsolet gemacht. In vielen Unternehmen sind kurzfristige und zugleich sehr bedeutsame Entscheidungen getroffen worden. So erleben wir, dass Lagerbestände deutlich ausgebaut und alternative Beschaffungswege beschritten werden. Die Anpassung von Lagerbeständen führt unweigerlich zur Strapazierung der eigenen Liquidität. Eine statische Unternehmensplanung kommt hier schnell an ihre Grenzen. Wir empfehlen hier einen rollierenden Planungsansatz.

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Was bedeutet das? Haben Sie ein Beispiel?

Im ersten Step sollten Unternehmen ihre aktuelle Unternehmensplanung prüfen und kritisch hinterfragen, ob die Zielgrößen, die Sie vor einem Jahr festgelegt hatten, immer noch Bestand haben. Je nach Unternehmen und Branche schlummern hier die ersten notwendigen Anpassungen. Mit Blick auf die Liquidität sollten Sie Ihre Maßnahmen je nach Bedarf tagesaktuell anpassen und genau die Kennzahlen im Blick haben, welche sich in den letzten Monaten stark verändert haben (Gesamtrentabilität, die Materialeinsatz- und Personalkostenquote). Das Controlling ist jetzt gefragt, die übergreifende Arbeit und das Zusammenführen von Teilplänen kontinuierlich zu forcieren. Punktuell kann auch der Wechsel von der Bottom-up-Planung zur Top-down-Planung zielführend sein.

 

Was in der Theorie zunächst gut klingt…

Funktioniert auch in der Praxis. Ich empfehle immer Folgendes zur Fokussierung auf das Wesentliche: Setzen Sie sich mit den Verantwortlichen in Ihrem Unternehmen zusammen und überlegen Sie sich, wie sich die Lage in den kommenden Wochen oder Monaten entwickeln kann. Ist es z.B. möglich, dass sich die Nachfrage eher in die digitalen Kanäle verschiebt? Ist die Verfügbarkeit der Ware gegeben? Sind Anpassungen der Einstandspreise notwendig? Spielen Sie drei bis fünf dieser Szenarien für Ihr Geschäftsmodell, Ihren Einkaufs- und Absatzmarkt durch. Moderne Planungswerkzeuge wie IBM Planning Analytics mit Watson unterstützen Sie dabei. Nehmen Sie zudem jeweils eine Chancen- und Risikobewertung vor und führen Sie sich vor Augen, welche Auswirkungen das Eintreten der Szenarien auf Ihre Liquidität hat. Auf diese Weise entstehen neue Ideen und Handlungsoptionen.

Robert
 

Die Umsetzung einer rollierenden und zugleich operativen Planung scheint recht komplex. Wie unterstützt die SIEVERS-GROUP hier?

Sie kennen Ihr Unternehmen am besten. Wir sind gerne Ihr Sparringspartner, der Sie bei der methodischen und technischen Umsetzung unterstützt.
Eine ehrliche Ergebnis- und Liquiditätsplanung mit Blick auf Chancen und Risiken ist für die erfolgreiche Fortführung Ihres Unternehmens unabdingbar.

 

Interview mit Robert Brockbals, Mitglied der Geschäftsführung, SIEVERS-GROUP

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